Bericht des Referenten für Organisation und Verwaltung

 

Tischtennis-StadtVerband Wolfsburg e.V.



Bericht des Referenten für Organisation und Verwaltung

 

Liebe Freunde der schnellsten Rückschlagsportart der Welt,

die vergangene Amtszeit begann unter äußerst schwierigen Vorzeichen. Die dramatische Neubesetzung des 1. Vorsitzenden und die gescheiterte Suche für die Nachfolge für den Referenten für Finanzen beim Stadtverbandstag 2015 hatten unerwartete Folgen, die zu nachfolgenden Unsicherheiten in der Vorstandsbesetzung führten. Der Fortbestand des TTVW konnte nur durch die erneute Bereitschaft von bereit ausgeschiedenen Vorstandsmitarbeitern und teilweise einzelner Ehepartner vakante Posten zu übernehmen, gesichert werden. Diese Situation konnte aufgrund der Verteilung von Aufgaben innerhalb des Vorstands und einer Neuwahl des Referenten für Finanzen bis zur Arbeitstagung 2016 glücklicherweise entspannt werden.

 

Doch aufgrund der Veränderungen meiner persönlichen Umstände und der damit bereits im Herbst 2016 angekündigten Nichtbereitschaft für das Amt des Referenten für Organisation und Verwaltung beim Stadtverbandstag 2017 erneut zur Wahl anzutreten, musste sich der Vorstand, aufgrund der zuletzt gemachten Erfahrungen, frühzeitig an die Vereine wenden, ob ein Nachfolger für den Referenten für Organisation und Verwaltung aus den Reihen der Vereine gefunden werden kann. Sollte dies nicht der Fall sein, sollte, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, Kontakt zum KV Gifhorn aufgenommen werden um in dessen Region aufgenommen zu werden. Dieser Schritt konnte durch die Nennung zweier möglicher Kandidaten vorerst abgewendet werden.

 

Doch ist das Thema Region damit vom Tisch? Was ist in zwei Jahren, wenn wieder Vorstandsposten besetzt werden müssen? Mittlerweile kann man fast täglich in der Tageszeitung nachlesen, dass in allen möglichen Vereinen verzweifelt Vorstandsmitarbeiter gesucht werden. Wir als Fachverband haben in dieser Situation die Aufgabe, sich über unsere Zukunft Gedanken zu machen. Wird Tischtennis in Wolfsburg unter dieser aktuellen Struktur weiterhin gespielt werden können? Was ist wenn keiner da ist, der die gesamte Organisation wie bisher verantwortet und auf sich nimmt? Wie schon in meinem ersten Bericht 2013 erwähnt scheint es tatsächlich, im Verhältnis zu damals, noch viel schwieriger zu sein, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden als angenommen.

 

Was kann man tun? Sicherlich scheint es sinnvoll, die notwendige Anzahl an notwendigen Mitarbeitern (im TTVW muss der Vorstand aus mindestens sechs Personen bestehen) zu reduzieren, indem man zwei Vorstände mit der ähnlichen Anzahl an Ehrenamtlichen zusammenführt, also eine Region wird (oder darin aufgeht). Doch dies hätte, gerade in unserem Fall, natürlich seinen Preis. Der Stadtverband Wolfsburg würde gänzlich seine Eigenständigkeit verlieren und aus der Tischtennis-Regionslandschaft verschwinden. Auch muss man sich die Frage stellen, ob die Bildung einer Region mittelfristig das Problem der Ehrenamtlichen-Suche löst, denn auch diese Posten müssen irgendwann nachbesetzt werden. Immerhin böte eine Regionsbildung die Chance im TTVN-Hauptausschuss Stimmrecht zu erhalten, was uns, aufgrund der geringen Anzahl an Mitgliedern (Vereinen) leider bisher verwehrt blieb.

 

Auf sportlicher Ebene ist die Regionsbildung durchaus als sinnvoll zu bewerten. Das haben die Zusammenlegungen der Kreismeisterschaften und Ranglisten-Turniere durchaus gezeigt. Durch die gemeinsame Ausrichtung sowohl im Jugend, als auch im Erwachsenenbereich konnten die Hallen besser gefüllt und damit die Teilnehmerzahl und Konkurrenz vergrößert werden, was grundsätzlich richtig und wichtig ist. Bisher laufen diese Veranstaltungen gerade bei der Kostenregelung aber noch auf Absprachebasis. Als Region wäre dies durch z. B. eine gemeinsame Turnierordnung etc. natürlich erheblich vereinfacht zu regeln.

 

Generell ist das Thema Finanzen ein wichtiger Punkt. Durch die bisherige Teilauflösung des Bezirksverbandes fließen die Gelder (Mannschaftsnenngelder, etc.) in den Bezirksklassen und -ligen eben direkt zu den betreffenden Kreisen. Vergessen darf man dabei jedoch auch nicht, dass die Kreise mehr Verantwortung und auch höheren Aufwand erhalten, wie z. B. die eigenständige Ausrichtung von Wettkämpfen auf Bezirksebene, wobei wir wieder bei der Frage des personellen Aufwandes und der Bereitschaft ein Ehrenamt zu übernehmen wären.

 

Was machen wir nun mit dem Thema Region? Ist sie Fluch oder Segen? Das Problem ist, keiner weiß es so genau. Und leider muss man sagen, hat der TTVN dabei auch nicht alle Details durchdacht, was die Sache nicht einfacher macht. Jeder Kreisverband muss dabei seine Vor- und Nachteile abwägen oder die Situation beurteilen in der er sich befindet. Beispiele gibt es dazu zwei und diese nahezu vor der Haustür. Die neuen Regionen Braunschweig und Südniedersachsen haben gezeigt, dass es möglich ist sich zu harmonisieren. Bis jedoch alle anderen Bezirke sich aufgelöst und sich die Kreise zu Regionen verbunden haben, kann es noch ein sehr langer, vielleicht nie endender Weg sein. Bis dahin wird in jedem Fall Unsicherheit herrschen. Sicher ist, je mehr Regionen sich bilden umso mehr können die Nicht-Regionen von den Erfahrungen anderer lernen.

 

Was uns den TTVW betrifft, muss ich sagen, dass alle aktiven Mitglieder des Vorstands sehr viel daran gelegen ist, weiterhin Tischtennis in Wolfsburg zu unterstützen. Ohne dies wäre die Organisation des Punktspielbetriebs, aber auch von Veranstaltungen wie z. B. dem Rundlauf-Team-Cup, der sich weiterhin als großer Erfolg erweist, nicht möglich. Auch um unsere Talentförderung, die unser 1. Vorsitzender nebenbei auch noch organisiert und weiter ausbaut, beneiden uns die benachbarten Kreisverbände. Ich bin sicher, dass auch der bevorstehende Tag der Niedersachsen im September diesen Jahres in dieser Konstellation ein voller Erfolg wird und sich der Tischtennis-Stadtverband Wolfsburg mit Unterstützung von euch, den Vereinen, von seiner besten Seite zeigen wird.

 

Ich verlasse daher mit großer Wehmut den Vorstand und bedanke mich bei allen Vorstandsmitgliedern, aber auch bei den Sportfreunden in den Vereinen für die Mitarbeit und Unterstützung. Ich kann nur appellieren, den Vorstand wie bisher bei seiner Arbeit zu unterstützen und, sofern möglich, sich zu beteiligen. Für mich hat bereits ein neuer Lebensabschnitt begonnen, der meine volle Aufmerksamkeit erfordert. Den ein oder anderen sehe ich aber ganz sicher am Tisch wieder. Denn Tischtennis ist und bleibt meine Herzensangelegenheit und Leidenschaft für die ich mittlerweile auch schon über 20 Jahre viel Zeit und Schweiß verbraucht habe und noch mindestens 20 Jahre dabei sein möchte, vorerst aber eben nur noch auf Wettkampfebene.

 

Marcel Müller